Südsee

"Südsee" ist ein sehr persönlicher Film. Ein kleines Projekt, entstanden in kurzer Zeit, mit viel Liebe und wenig Geld. Während meiner Artist Residency in Israel, als ich zum ersten Mal mit der Realität des Krieges in Kontakt kam, hatte ich die Idee für diesen Film. Dabei wollte ich unbedingt einen sinnlichen, sommerlichen Film machen; ehrlich, aber nicht zu ernst; politisch, aber nicht moralisch. Meine Figuren, Anne und Nuri, beide privilegierte Millenials, sitzen am Pool unter dem Iron Dome, der die Bomben aus Gaza abfängt, und philosophieren über das Leben, während sie dabei schwitzen, Eiskaffee trinken und an ihren Texten arbeiten. Sie sind mit dem absoluten Irrsinn des Krieges konfrontiert, der immer, und auf jeder Seite absoluter Irrsinn ist, und wissen nicht, was sie fühlen dürfen, was sie sagen und leben dürfen, als Menschen, die ja eigentlich alles haben, und sich gar nicht wirklich fürchten müssen - weil sie ja auf der sicheren Seite stehen. Sie kommen sich an diesem Pool immer näher, aber nie wirklich nah - weil sie Angst haben. Voreinander, vor der Unkontrollierbarkeit der Situation, vor den eigenen Gefühlen. "Südsee" ist ein Film über Sehnsucht. Sehnsucht danach, sich innerlich so privilegiert zu fühlen, wie man nach außen scheint, Sehnsucht nach einem zu Hause, nach Wurzeln, nach Liebe. Fast scheint es, als seien Anne und Nuri ein perfektes Match, in ihren komplementären Hoffnungen, Vorstellungen, Wünschen. Aber nur fast. Kann man sich verlieben, wenn man sich selbst immer wieder dabei erwischt, wie man performed, weil man versucht, die Person zu sein, die man gerne wäre - oder die man glaubt, sein zu müssen? (Quelle: Verleih)

Film-Info

Filmstart:
27.10.2024
Entstehungsjahr:
2023
Regie:
Henrika Kull
Genre:
Drama
Land:
Deutschland
Schauspieler:
Liliane Amuat, Dor Aloni, Yuval Levi
Andere Film-, Format- und Sprachvarianten Südsee (OmU)

Weitere Filme

von Henrika Kull

Glück

Drama & Liebesfilm

Glück
Sascha arbeitet schon seit Jahren im Berliner Bordell Queens. Maria ist die Neue, unangepasst, autark, queer. Sascha fühlt sich sofort von dieser Andersartigkeit angezogen, Maria wiederum ist fasziniert von Saschas Souveränität. Aus der Anziehung wird eine Liebe, die anders funktioniert, als alles, was beide bisher kannten. Es ist die Verheißung auf das große Glück. Doch dann droht ihre Verbindung zu zerbrechen - an der Angst, sich einander wirklich zu zeigen und sich den eigenen Abgründen zu stellen. (Quelle: Verleih)
Jibril

Drama & Liebesfilm

Jibril
Maryam (Sudana Abdulmajid), eine Irakerin der zweiten Generation in Berlin, führt als geschiedene Mutter dreier Mädchen ein ausgefülltes Leben. Aber sie sehnt sich nach romantischer Liebe, so wie sie in der arabischen Telenovela durchdekliniert wird, die sie tagtäglich schaut. Als sie Jibril (Malik Adan) wiedersieht, den sie Jahre zuvor auf einer Hochzeit kennengerlernt hat, freut sie sich über seine Avancen, ungeachtet der Tatsache, dass er gerade im Gefängnis sitzt. Es entwickelt sich eine platonische, durchaus serientaugliche Beziehung, die trotz - oder wegen - der jeweils kurzen und strikt geregelten Treffen in beiden große Sehnsüchte stillt, aber auch immer neues Verlangen weckt. Wie gut können Maryam und Jibril einander wirklich kennenlernen? Gut genug für eine Ehe? (Quelle: Verleih)